Diese typisch deutsche Frage geht einher mit Aufrufen in den Sozialen Medien, dem bösen amerikanischen Präsidenten Trump doch einfach ein Schnippchen zu schlagen, indem wir unser Geld proeuropäisch (#BuyFromEU) ausgeben. Tatsächlich ist dies ein sinnloses Unterfangen einiger Mitmenschen, die offenbar ein zu schlichtes Gemüt haben.
Bevor wir als Konsumenten Geld ausgeben, müssen wir das Geld erst einmal verdient haben. Und die Mehrheit verdient ihr Geld immer noch durch Selbständigkeit bzw. Angestellten-/Arbeitnehmerverhältnisse. Wer also B sagt, muss vorher A gesagt haben. Denn wenn wer kann mit seiner Arbeit zu 100% ausschließen, am Ende für das Brutto-Inlandsprodukt und somit zum Vorteil der USA gearbeitet zu haben.
Man könnte ja nun zumindest keine Teslas mehr kaufen, so die Verteidiger des europäischen Protektionismus‘. Ok, die 12.500 Arbeitsplätze Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide müssen wir uns schon einmal wegdenken. Für diese Beschäftigten finden unsere Protektionisten sicherlich andere Lösungen. An die direkten und indirekten Zulieferfirmen haben wir dann auch gedacht?
Darüber hinaus wird es aber dann schwierig. Etwa 1,5 bis 2 Millionen deutsche Arbeitsplätze hängen direkt vom Handel mit den USA ab.
Fazit: Es ist absolut aussichtslos, hier die Moralkeule herauszuholen. Und wenn sich eine Moralkeule gegen die USA richtet, müssten sich zehn Moralkeulen gegen China richten. Die Idee, Handel nur noch mit Ländern mit lupenreiner Demokratie zu treiben, klappt nur dann, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir dann verarmen.
Und so muss man die Sache auch mit Aktien von Rüstungsunternehmen betrachten. Man kann für sich entscheiden, dies Aktien nicht im Portfolio zu haben. Aber es ändert nichts am Lauf der Dinge, gar nichts. Kann man zumindest besser schlafen, wenn man sich da heraushält? Weiß ich nicht.
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